Wir haben tollen Service im "Singhvi´s Haveli", unsere Manager checken alles, was uns selbst Arbeit, Zeit und Geld ersparen kann.
Von Jodhpur wollen wir nach Trivandrum, Kerala, Südindien und es soll ein Flug sein, denn eine Bus- oder Bahnfahrt über 2600 km würde einen längeren Urlaub notwendig machen!
Jodhpur hat einen Flughafen, aber es gibt keine Flüge nach Trivandrum - das war uns bekannt, also wollten wir mit dem Zug nach Bombay, von dort per Flug nach TRV.
Doch was müssen wir hören - kein Zug nach Bombay, 3 Wochen Wartezeit!? Na, ja, jeder fährt hier Zug, aber wieso alle nach Bombay?
Als beste der mindestens 5 geprüften Möglichkeiten: mit dem Nachtbus retour nach Jaipur, von hier gibt es einen Direktflug nach Trivandrum. Okay!
Die Bus-Ankunft in Jaipur sollte um 5.30 sein, der Abflug nach Trivandrum um 8.00 (ungefähr), also genügend Zeit vom Busbahnhof mit dem Taxi zum Flughafen zu kommen. So weit - so schön!
Wir warten auf den Nachtbus, viele andere auch, viele Busse gehen - wer weiß wohin - unserer ist nicht dabei!
Er kommt mit einstündiger Verspätung - naja, auch mit Ankunft 6.30 sollte es sich noch ausgehen.
Wir haben ein tolles Schlafabteil und schlafen schnell ein, vielleicht ist dann auch der Bus ganz schnell.
Munter werden wir, als es bereits Zeit zum Aussteigen ist, ein Blick auf die Uhr - es ist 7.00, jetzt aber dalli.
Hier gibt´s kein Taxi weit und breit, nur 2 oder 3 mickrige Rikschas.
Auf meine Frage, wie lange wir zum Flughafen brauchen - 40 Minuten (wer Indien kennt, weiß was das bedeutet!).
Auf mein Entsetztes "das ist zu spät, wir fliegen um 8.00!" meint der bemühte Mann, er schafft das in 25 Minuten.
Wir haben keine Wahl, wer weiß, wie weit es zu den Taxis ist. Also los. Rein in die Rikscha. Er gibt Gas, er beeilt sich.
Nach ca. 500m - tuktuk - das Motorengeräusch ist weg, also akuter Benzinmangel! Unser Rikschafahrer springt aus der Rikscha und beginnt zu schieben, no problem - weit und breit kein Verkehr, wir sind wohl nicht gerade im Herzen der Stadt!
Ich beginne trotzdem zu winken, langsam werde ich nervös.
Tatsächlich kommt eine - allerdings voll besetzte - Rikscha daher.
Unser Driver winkt erfolgreicher als ich - und was jetzt passiert, ist auch typisch indisch:
Mindestens drei indische Staatsbürger, vermutlich waren noch 2-3 kleine, leicht übersehbare Kinder dabei, werden aus der - mit Benzin gefüllten - Rikscha "herausverhandelt", während unsere riesigen Trekkingrucksäche bereits umgeladen werden. Meine soziale Ader scheint versiegt, ich steige wortlos verblüfft um, ich hoffe Pauli hatte ein kleines "thank you" für diese flexiblen Menschen übrig, denen ein Touristenproblem immer noch wichtiger ist, als ihr eigenes.
Der neue Driver weiß Bescheid, der Benzinlose hat den Neuen wohl aufgeklärt, er rast los, der Schumacher unter den Rikschafahrern. Zwischendurch zeigt er uns stolz den Tacho, so schnell war er noch nie!
10 vor 8.00 stoppen wir vor dem Terminal, der Rikschafahrer wirkt stolz und zufrieden (nicht nur mit dem Trinkgeld),
wir stürzen uns zum Check-In.
Paul ist sehr ruhig, ich laufe ein bißchen "unrund".
Check-In nach Trivandrum, wir sind gar nicht die Letzten, eine deutschsprechende Reisegruppe hat offensichtlich für eine Verzögerung gesorgt, wir checken ein, wir steigen ins Flugzeug, wir starten mit etwas Verspätung, wir landen pünktlich in Trivandrum. Ganesh war mit uns!