Sunday, 23. may 2010 7 23 /05 /Mai /2010 21:11

Wir haben tollen Service im "Singhvi´s Haveli", unsere Manager checken alles, was uns selbst Arbeit, Zeit und Geld ersparen kann.

Von Jodhpur wollen wir nach Trivandrum, Kerala, Südindien und es soll ein Flug sein, denn eine Bus- oder Bahnfahrt über  2600 km würde einen längeren Urlaub notwendig machen!

Jodhpur hat einen Flughafen, aber es gibt keine Flüge nach Trivandrum - das war uns bekannt, also wollten wir mit dem Zug nach Bombay, von dort per Flug nach TRV.

Doch was müssen wir hören - kein Zug nach Bombay, 3 Wochen Wartezeit!? Na, ja, jeder fährt hier Zug, aber wieso alle nach Bombay?

Als beste der mindestens 5 geprüften Möglichkeiten: mit dem Nachtbus retour nach Jaipur, von hier gibt es einen Direktflug nach Trivandrum. Okay!

Die Bus-Ankunft in Jaipur sollte um 5.30 sein, der Abflug nach Trivandrum um 8.00 (ungefähr), also genügend Zeit vom Busbahnhof mit dem Taxi zum Flughafen zu kommen. So weit - so schön!

Wir warten auf den Nachtbus, viele andere auch, viele Busse gehen - wer weiß wohin - unserer ist nicht dabei!

Er kommt mit einstündiger Verspätung - naja, auch mit Ankunft 6.30 sollte es sich noch ausgehen.

Wir haben ein tolles Schlafabteil und schlafen schnell ein, vielleicht ist dann auch der Bus  ganz schnell.

Munter werden wir, als es bereits Zeit zum Aussteigen ist, ein Blick auf die Uhr - es ist 7.00, jetzt aber dalli.

Hier gibt´s kein Taxi weit und breit, nur 2 oder 3 mickrige Rikschas.

Auf meine Frage, wie lange wir zum Flughafen brauchen - 40 Minuten (wer Indien kennt, weiß was das bedeutet!).

Auf mein Entsetztes  "das ist zu spät, wir fliegen um 8.00!"  meint der bemühte Mann, er schafft das in 25 Minuten.

Wir haben keine Wahl, wer weiß, wie weit es zu den Taxis ist. Also los. Rein in die Rikscha. Er gibt Gas, er beeilt sich.

Nach ca. 500m - tuktuk - das Motorengeräusch ist weg, also akuter Benzinmangel! Unser Rikschafahrer springt aus der Rikscha und beginnt zu schieben, no problem - weit und breit kein Verkehr, wir sind wohl nicht gerade im Herzen der Stadt!

Ich beginne trotzdem zu winken, langsam werde ich nervös.

Tatsächlich kommt eine - allerdings voll besetzte - Rikscha daher.

Unser Driver winkt erfolgreicher als ich - und was jetzt passiert, ist auch typisch indisch:

Mindestens drei indische Staatsbürger, vermutlich waren noch 2-3 kleine, leicht übersehbare Kinder dabei, werden  aus der - mit Benzin gefüllten - Rikscha "herausverhandelt", während unsere riesigen Trekkingrucksäche bereits umgeladen werden. Meine soziale Ader scheint versiegt, ich steige wortlos verblüfft um, ich hoffe Pauli hatte ein kleines "thank you" für diese flexiblen Menschen übrig, denen ein Touristenproblem immer noch wichtiger ist, als ihr eigenes.

Der neue Driver weiß Bescheid, der Benzinlose hat den Neuen wohl aufgeklärt, er rast los, der Schumacher unter den Rikschafahrern. Zwischendurch zeigt er uns stolz den Tacho, so schnell war er noch nie!

10 vor 8.00 stoppen wir vor dem Terminal, der Rikschafahrer wirkt stolz und zufrieden (nicht nur mit dem Trinkgeld),

wir stürzen uns zum Check-In.

Paul ist sehr ruhig, ich laufe ein bißchen "unrund".

Check-In nach Trivandrum, wir sind gar nicht die Letzten, eine deutschsprechende Reisegruppe hat offensichtlich für eine Verzögerung gesorgt, wir checken ein, wir steigen ins Flugzeug, wir starten mit etwas Verspätung, wir landen pünktlich in Trivandrum. Ganesh war mit uns!

von GuPa
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Sunday, 23. may 2010 7 23 /05 /Mai /2010 13:17

Ich dachte schon bisher, Indien sei bunt - doch da kannte ich Rajasthan noch nicht!

Hier herrschen Farben - überall!

Wir werden uns Jaipur (pink city) und Jodhpur (die blaue Stadt) ansehen.

Wir tuckern mit dem Bus nach Jaipur, Kamele haben die Ochsengespanne abgelöst, es fühlt sich an, als wäre die Wüste ganz nah. Allerdings nicht den Temperaturen nach, ich brauch noch immer lange Ärmel!

Moderne Einkaufszentren, gut ausgebaute Straßen...man könnte fast im Westen sein - doch uns zieht es in die Altstadt, in ein kleines Guesthouse, die Wände mit traditionellen Motiven bunt bemalt, von unserer Frühstücksterrasse aus, beobachten wir wild herumlaufende, und -fliegende Pfaue.

Wir schlendern durch die rosarote Altstadt, die Architektur ist großartig, ungewöhnlich und findet ihren Höhepunkt im HawaMahal, dem Palast der Winde. Natürlich kennen wir die fächerförmige Fassade aus zahlreichen Dokumentationen, nicht aber was dahinter steckt. Von der Rückseite gelangt man in einen malerischen Hof und kann dann die Nischen und Ecken erklimmen, die einst den Frauen der Maharajas vorbehalten waren. Wir blinzeln durch die filigranen mit Sehschlitzen versehenen Mauern, 933 Nischen und Fenster ermöglichen es, sich wie eine Maharani zu fühlen, auch wenn  einige Touristen, viele Inder und Japaner, sich ebenfalls über die schmalen Treppen über 5 Stockwerke schlängeln. 1799 dürften die Festzüge auf den davor befindlichen Straßen wohl interessanter gewesen sein, als der heutige moderne Stadtverkehr.

Dann stürzen wir uns in die Bazarstraßen und nur meiner totalen Überforderung durch dieses farbenfrohe, allumfassende Angebot  vom Tee zu den Gewürzen, vom scharfen Duft der Chillies zu zahlreichen Gläsern voll mit bunten Bonbons, von Seidenschals zu knalligen Saris, dazwischen silberfarbige Blechtöpfe, Goldschmuck, und so viel mehr, ist es zu verdanken, dass ich nicht in einen totalen Einkaufsrausch verfalle. Die Preise sind haarsträubend günstig, aber ich schaff es einfach nicht, an einem Stand zu verweilen, ich muß weiter (und Pauli ist froh darüber) und so flüchten wir auf eine Dachterrasse in die kulinarische Umarmung eines echten Rajputen, bunt gekleidet, elegant und natürlich mit dem typischen Zwirbelbart.

Ich glaubte, Jaipur sei die Stadt erfüllter Träume, für die wir uns - irgendwann viel mehr Zeit nehmen sollten -  doch da kannte ich Jodhpur noch nicht.

Eine wunderschöne Busfahrt durch die Steppen Rajasthans, man spürt Hitze und Trockenheit, auch wenn die Menschen noch Pullover tragen. Frauen in bunten Saris, mit goldenem Haarschmuck, der in die Stirn hängt, schweben durch die dürre Landschaft und Männer mit bunten Turbans und gezwirbelten Bärten.

Wir wohnen im "Singhvi´s Haveli"  wie in tausendundeine Nacht. Architektur wie  im Palast der Winde, mit Restaurant unter Sternen im Innenhof, mit Blick aufs Meheranga-Fort (das zu Fuß in 5 Minuten erreicht ist), Zimmern wie im Märchen und einem Rooftop mit Blick über die blaue Stadt-drehst du dich um, siehst du das überwältigende Fort. 

Die Häuser der Altstadt sind tatsächlich Brahmanen-blau und schützen so auch gegen Mosquitos ???, es gibt nur Flachdächer, auf denen sich das Leben abspielt, Wäsche aufgehängt wird oder sich Hanuman-Languren eine Pause gönnen. Wenn man sich in eine Stadt verlieben kann, dann in Jodhpur!

Am nächsten Tag genießen wir das Fort mit einer tollen Audio-Führung, während die hilfsbereiten, netten Manager des Singhvi´s Haveli unsere Weiterreise organisieren.

Soll ich auch mal etwas von unseren Reise-Hoppalas erzählen? Okay! 

von GuPa
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Sunday, 23. may 2010 7 23 /05 /Mai /2010 11:29

Am 8. Jänner 2010 landen wir wieder auf indischem Boden - aber nicht in (für mich) indischen Temperaturen.

Delhi liegt nun mal ziemlich im Norden und so sind die Temperaturen kaum besser als bei uns daheim.

Inder mit dicken Pullovern und Wollmützen begegnen uns auch in Rishikesh, kein Wunder - hier am Fuße des Himalaya. Die Yoga-Hauptstadt der Welt - mit ihren nur ca. 85.000 Einwohnern ist ein beschauliches kleines Städtchen am Ganges mit angenehm entspannter Atmosphäre. Wir schlendern den Fußweg am Ganges entlang, verweilen auf einigen der Meditationsplätze, wo wir uns mit sehr zutraulichen jungen Kühen anfreunden, die unsere Orangen lecker finden. Hoch philosophische Gespräche (begrenzt durch mein mieses Englisch)  mit den sehr aufgeschlossenen Sadhus dieser Gegend sollte man sich keinesfalls entgehen lassen - hat man doch sonst sehr selten Gelegenheit, wirkliche Persönlichkeiten mit faszinierender Ausstrahlung kennenzulernen.

Wir lassen uns von tibetischen Klangschalen verzaubern, reinigen uns (die Hände) im eiskalten Ganges, der hier noch wunderbar klar und sauber ist und bewundern die geschmeidigen Hanuman-Languren, Nachkommen des berühmten Affengottes, der dem göttlichen Rama half, seine Gemahlin Sita aus der Gefangenschaft des Dämonen Ravana zu befreien. Unser Exemplar war jedoch mehr an Nüssen als an strategischer Kriegsführung interessiert. Seine kriegerischen Fähigkeiten erkennt man jedoch sehr schnell, wenn man versucht, ihm geklaute Päckchen wieder wegzunehmen.

Wir fühlen uns wohl hier, doch wir müssen weiter - am 14.1. findet das erste Bad der großen Kumbh Mela in Haridwar statt - und da wollen wir dabei sein!  Mitten drin in Abertausenden von gläubigen Hindus, beim größten religiösen Fest Indiens, das hier nur alle 12 Jahre stattfindet (ebenso wie an drei anderen heiligen Städten).

Die badenden Gläubigen wirken fröhlich oder auch streng  konzentriert auf diese wichtige Erfahrung, keiner scheint zu frieren. Auch wir nehmen an der rituellen Reinigung teil, besser gesagt: unsere Füße - doch wir sind ein Teil dieser Menge: die stillen Gebete, das Gemurmel, die Lieder, der Geruch des Räucherwerks...all das berührt auch uns.

Es ist friedlich hier, das allein ist schon ein Wunder, bei diesen Menschenmassen!

Hier habe ich die Armut Indiens gesehen. Auch der Süden ist arm, doch auf warmer Erde unter Palmen zu liegen, erscheint mir fast ein Privileg im Vergleich zu den, in Decken gehüllten, bewegungslosen Gestalten in den schäbigen, kalten Gassen Nordindiens. Manch einer wird wohl die eisigen Nächte im Freien nicht überleben.

Wir wollen in den Süden. Aber zuerst zum Bahnhof, Tickets sind nicht so leicht zu kriegen, Tausende reisen mit der Bahn und Hunderte haben sich einen warmen Schlafplatz in der Bahnhofshalle ergattert. Wir steigen über Familien, die noch schlafen oder bereits ihr Essen am Boden ausgebreitet haben, wobei "ausbreiten" wohl nicht das richtige Wort ist. Privatsphäre gibt es nicht, keinen scheint es zu stören, dass der normale Bahnhofsbetrieb im wahrsten Sinne des Wortes - über ihren Köpfen - abgewickelt wird.

Ticket nach Agra, doch noch erhalten - mit zumindest einer Reservierung für Schlafplatz.

Das TajMahal ist kein Bauwerk - es ist ein Mythos! Seine Schönheit zeigt sich nicht nur im realen, weißen Marmor, mit gigantischen Ausmaßen, zum Beweis einer großen Liebe. Besonders beeinfruckend ist  die Wirkung dieser Grabstätte, die auf Fotos - man hat es hundertmal gesehen - nicht vermittelt werden kann.

Zuerst wollten wir uns von einer Dachterrasse einen Einblick von außen verschaffen und wurden enttäuscht und belohnt zugleich: tiefster Nebel, kein einziges Steinchen vom Taj war zu sehen! Doch wir wußten, der Nebel wird vergehen - und so warteten wir geduldig und frühstückten etwas länger (bis Mittag). Ganz langsam hob sich der Nebel und enthüllte das Taj wie ein Geheimnis. Wirkungsvoll zeigte sich erst das Tor, schemenhaft, dann deutlicher, bis langsam, langsam auch das Mausoleum Gestalt annahm. Ich bin dankbar für diese "Enthüllung", einfach auf ein Dach zu steigen und das TajMahal zu sehen, wäre nicht das gleiche gewesen!

Natürlich sind wir auch hineingangen, irgendwie bedächtig, irgendwie klein, vor dieser Größe. Man nähert sich irgendwie von unten, das Bauwerk scheint zu schweben, leicht irgendwie zwischen Himmel und Erde, trotz der gewaltigen Massen an Material, die hier bis1653 zu einem gigantischen Werk zusammengefügt wurden.

Ihr bemerkt sicher, dass das Wort "irgendwie" (zumindest für Deutschlehrer) viel zu häufig vorkommt - doch es macht deutlich, dass hier Vieles nicht  erklärbar ist.

Es geht weiter - nach Rajasthan. Ob es im Wüstenstaat endlich wärmer wird - erzähl ich das nächste Mal. Bis dann.

von GuPa
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Tuesday, 2. march 2010 2 02 /03 /März /2010 08:13
Mein Sabbatical ist Geschichte!
Am 1. September 09 bin ich wieder im Büro aufmarschiert und es hat nicht lange gedauert, bis ich wieder voll im Arbeitsalltag eingetaucht bin.
Erfahrungen in Südostasien machen es jedoch mitunter schwer, Arbeitsabläufe im "zivilisierten" Westen als sinnvoll zu erfahren. Inzwischen befinde ich mich vermutlich in einem Doppel-Leben: Hier und Dort bin ich jeweils mit anderen Werten, Abläufen, Sinnhaftigkeiten ...und Erfahrungen konfrontiert. Ihr könnt mal raten, wo ich lieber bin.
Bald nach Arbeitsbeginn habe ich am neuen Urlaub gebastelt: Vom 7. Jänner bis zum 19. Februar 2010 wollten wir wieder in die indische Mentalität einsteigen, aber mit diesen 6 Wochen stand uns dafür  "nur" ein ganz normaler Urlaub zur Verfügung.
Es ist trotzdem sehr schön geworden!
Die Fotos sind in Vorbereitung und werden demnächst, samt Reisebericht, in den Blog gestellt.
Also bis bald.
von GuPa
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Sunday, 29. november 2009 7 29 /11 /Nov. /2009 20:42
Mein Sabbatical ist bereits Geschichte und der Alltag hat mich wieder.
Mehr als nur meine Wünsche an diese einzigartige Lebens-Zeit sind erfüllt worden und einige der wunderbaren Einblicke in das Fremde konnten auf Fotos festgehalten werden.
Das große Interesse - wann immer wir von der Reise berichten - hat mich ermuntert, noch mehr unserer Fotos zu veröffentlichen. Es werden also  Gupa-on-tour-Bilderserien entstehen, die nach verschiedenen Themenbereichen zusammengefaßt sind.
Schaut doch bitte auf die Aussage des Bildes, nicht auf die Qualität, denn die Fotos sind nicht bearbeitet und teilweise in schlechter Auflösung (z.B.aus Speicherspargründen in Myanmar - denn was sollte man tun, wenn vor Ende der Reise die Speicherkarte voll wird und es keine zu kaufen gibt).
Bitte um Kommentare, um zukünftige Veröffentlichungen auch euren Wünschen anpassen zu können, oder auch, wenn es Fragen zu einem Bild geben sollte.
Also viel Freude bei den Begegnungen mit meinen "Gesichtern aus Südostasien und Indien".
von GuPa
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